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Wissenswertes über EIWEISS

 

Was ist Eiweiß und wozu wird es benötigt?

Eiweiß ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Körpers. Sämtliche Zellen des Körpers bestehen zu wesentlichen Teilen aus Eiweiß. Eiweiß ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau von Muskeln, Haut, Herz, Blut und Leber. Diese Organe werden ständig auf- und abgebaut. Deshalb hängt die für eine Körperfunktion optimale Menge an Eiweiß, die mit der Nahrung aufgenommen werden sollte, vom Körpergewicht ab.

Eiweiß wird durch die Leber zu Harnstoff abgebaut, der durch die Nieren, aber auch durch die Dialyse ausgeschieden wird. Vor Beginn der Dialyse wird häufig die Eiweißzufuhr vermindert, um den Harnstoffanfall möglichst gering zu halten. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen. Mit Beginn der Dialyse muß jedoch die Aufnahme von Eiweiß unbedingt gesteigert werden, damit Mangelerscheinungen wieder rückgängig gemacht werden können und keine weiteren Mängel auftreten.
Bei einem Mangel an Eiweiß in der Nahrung kommt es zu einem Abbau von körpereigenem Eiweiß insbesondere aus den Muskeln. Die Folge ist ein Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es gibt aber noch einen anderen wesentlichen Grund, mehr Eiweiß zu essen: Bei aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen hatten Dialysepatienten, die viel Eiweiß gegessen hatten, weniger zusätzliche Erkrankungen wie Infektionen, sowie weniger Krankenhausaufenthalte und lebten sogar länger.

 

Warum braucht ein Dialysepatient mehr Eiweiß als vor Beginn der Dialyse?

Die Bausteine von Eiweiß sind Aminosäuren. Bei der Hämodialyse können Aminosäuren über den Filter verloren gehen und stehen dann nicht mehr für den Aufbau von Eiweiß zur Verfügung. Der Verlust an Aminosäuren in das Dialysat wird auf 6-12 Gramm pro Dialyse geschätzt. Bei der Peritonealdialyse kommt es sogar jeden Tag zu einem Verlust von 5 bis 15 Gramm Aminosäuren über das Bauchfell. Bei einer Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) ist der Eiweißverlust sogar noch größer. Es kommt also sowohl bei der Hämodialyse als auch bei der Peritonealdialyse zu Eiweißverlusten. Deshalb sollten Dialysepatienten dem Eiweißverlust und dem höheren Eiweißbedarf mit mehr Eiweiß in der Nahrung entgegenwirken.

 

Wie viel Eiweiß sollte gegessen werden?

Hämodialysepatienten sollten nach den gängigen Empfehlungen 1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu sich nehmen. Bei Peritonealdialysepatienten sollte die Eiweißzufuhr noch höher liegen und 1,3 Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag betragen.

 

Welche Konsequenzen hat eine vermehrte Eiweißaufnahme für den Körper?

Eine vermehrte Eiweißzufuhr hält den Körper leistungsfähiger, mindert das Auftreten anderer Erkrankungen und reduziert so die Zahl möglicher Krankenhausaufenthalte.
Jede Eiweißaufnahme mit der Nahrung ist aber auch verbunden mit der gleichzeitigen Zufuhr von Phosphor. Das Verhältnis zwischen Eiweiß und Phosphor ist nicht für alle Nahrungsmittel gleich, im konkreten Fall lohnt es sich z.B. einmal im Ernährungsatlas "Alles ist erlaubt" nachzuschauen.

Sollten die Phosphat-Konzentration im Blut ansteigen, weil mehr Eiweiß gegessen wird, dann darf die Eiweißzufuhr keinesfalls wieder eingeschränkt werden. Eine gezielte Auswahl von eiweißreichen und phosphorarmen Nahrungsmitteln steht dann im Vordergrund. Zur Senkung erhöhter Phosphatwerte werden Medikamente verschrieben, die die Aufnahme von Phosphor im Darm verhindern. Wichtig ist, dass diese Medikamente zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

 

Gibt es Unterschiede zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß?

Es wird häufig empfohlen, mindestens die Hälfte des Tagesbedarfs als so genanntes biologisch hochwertiges Eiweiß aufzunehmen. Tierisches Eiweiß, das in seiner Zusammensetzung dem menschlichen Eiweiß ähnlicher ist als pflanzliches Eiweiß, wird deshalb als biologisch hochwertiger angesehen. Wichtiger als die Überlegungen, welches Eiweiß besser ist, ist jedoch, dass Sie überhaupt genügend Eiweiß essen.

 

Was eignet sich als eiweißreiche Zwischenmahlzeit?

Weniger geeignet, die Eiweißzufuhr zu steigern, ist Obst, das eiweißarm (max. 1 g Eiweiß pro Portion) ist. Auch Kekse, Kuchen oder Schokolade, die ja gerne einmal zwischendurch gegessen werden, sind als Eiweißlieferanten zu vernachlässigen. Da bietet sich schon eher eine Quarkspeise (19 g Eiweiß pro 150 g Portion) an, eventuell ein Joghurt (5 g Eiweiß pro 150 g Becher). Quark ist übrigens nicht nur wegen der größeren Eiweißmenge, sondern auch wegen des höheren Eiweiß-Phosphor-Verhältnisses zu bevorzugen.

 

In welchen Nahrungsmitteln ist überhaupt Eiweiß enthalten?

Diese Frage wird meistens mit "Fleisch, Käse, Eier, Milch und Hülsenfrüchte" beantwortet. Doch diese Lebensmittel liefern Eiweiß in unterschiedlichen Mengen. Wenn Sie zum Abendessen die Scheibe Brot mit einer weiteren Scheibe Käse belegen, dann essen Sie genauso viel Eiweiß wie zum Frühstück. Pro Scheibe Wurst (25 g) können Sie ca. 4 g Eiweiß rechnen. Insgesamt hätten Sie mit diesen beiden Mahlzeiten bereits 48 g Eiweiß verzehrt. Wenn Sie 70 kg wiegen, fehlen Ihnen noch etwa 36 g (bei Hämodialyse) oder 43 g (bei Peritonealdialyse) Eiweiß (s. Tabelle), das Sie mit dem Mittagessen und den Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen können.

 

Was eignet sich als eiweißreiche Zwischenmahlzeit?

Weniger geeignet, die Eiweißzufuhr zu steigern, ist Obst, das eiweißarm (max. 1 g Eiweiß pro Portion) ist. Auch Kekse, Kuchen oder Schokolade, die ja gerne einmal zwischendurch gegessen werden, sind als Eiweißlieferanten zu vernachlässigen. Da bietet sich schon eher eine Quarkspeise (19 g Eiweiß pro 150 g Portion) an, eventuell ein Joghurt (5 g Eiweiß pro 150 g Becher). Quark ist übrigens nicht nur wegen der größeren Eiweißmenge, sondern auch wegen des höheren Eiweiß-Phosphor-Verhältnisses zu bevorzugen.